Das Band-Projekt

Hilfreiche Informationen für die Musikband:

Band-Name

Ein Bandname kann durch eine Markeneintragung geschützt werden. Als gesetzliche Grundlage dient das Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben. Schutzfähig sind:

  1. Name
  2. Name in bestimmter Schreibweise
  3. Logo

Der Eintrag erfolgt über das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum (IGE). Auf dessen Homepage www.ige.ch findet man weitere Angaben und Kontakte.

Das Anmeldeverfahren geht wie folgt von statten:

  1. Recherche: Zuerst muss recherchiert werden, ob der Name bereits verwendet bzw. geschützt ist. Es empfiehlt sich im Internet zu forschen oder die SUISA anzufragen, ob eine Gruppe mit dem betreffenden Namen bereits registriert ist. Auch beim IGE kann eine Recherche in Auftrag gegeben werden (ab 100 Franken)
  2. Anmeldung: Das Formular «Eintragung einer schweizerischen Marke» kann beim IGE angefordert werden. Das eingereichte Formular wird geprüft und man erhält eine Bescheinigung der Anmeldung sowie die Rechnung. ACHTUNG: Das IGE prüft während des Eintragungsverfahrens nicht, ob die gleiche Marke schon hinterlegt wurde! Ausserdem gilt die Markeneintragung nur für die Schweiz.
  3. Kosten: CHF 700.-
  4. Gültigkeit: 10 Jahre ab Eintragung

Band Biographie

Die Bandbiografie ist die Visitenkarte der Band und vermittelt oft der ersten Eindruck. Es lohnt sich Zeit und eventuell auch Geld in eine Bandbiografie mit professionellem Bild zu investieren.

Der Empfänger einer Bandbiografie will sich rasch über die relevanten Eckdaten informieren. Deshalb sind folgende Eigenschaften unerlässlich:

  • kurz und informativ (maximal zwei Seiten)
  • übersichtlich, klar dargestellt
  • auf aktuellem Stand

Nach Möglichkeit sollten sämtliche aktuellen Infomaterialien auf der bandeigenenen Homepage zum Download bereit stehen.

Inhaltlich sollten folgende Punkte unbedingt aufgeführt sein:

  • Bandname
  • Bandlogo
  • Namen und Alter der einzelnen Bandmitglieder
  • Professionelles Foto in druckfähiger Auflösung (300 dpi JPG)
  • Kontaktadresse mit Telefon und E-Mail
  • Verweis zur Homepage
  • Herkunft der Band
  • Stilrichtung, Soundbeschrieb; kurzer und prägnanter Text
  • Referenzen/Konzerthighlights
  • Falls eine CD vorhanden: Titel, Erscheinungsjahr, Produzent, Label, Bestellnr.
  • Pressestimmen (Zitatauswahl)
  • Erfolge wie Preise, CD Verkäufe usw.
  • Verweis zum Label, zur Bookingagentur ect. falls vorhanden

Eine Bandbiografie darf und soll eine persönliche Note verspühen, diese sollte in der Regel dezent ausfallen. Weder ausschweifende Details noch grafische Ergüsse sind sinnvoll (…in der Schule trafen sich Alex und Daniel und beschlossen, eine Band zu gründen…).

Verträge

Grundsätzlich gilt: Je mehr vertragliche Verpflichtungen eine Band eingeht (Management, Booking, Plattenfirma) und je mehr Geld im Spiel ist, desto mehr sollte man innerhalb einer Band die wichtigsten Punkte – am besten schriftlich – festlegen.

Eine «Hobby-Band» braucht kaum einen vollständigen Bandvertrag aufzusetzen. Aber auch sie sollten sich bereits im Vorfeld überlegen, was bei einer möglichen Auflösung der Band zum Beispiel mit dem gemeinsam gekauften Mischpult geschieht.

Folgende Punkte gilt es zu früh zu diskutieren und eventuell vertraglich festzuhalten:

1. Bandname

  • Gehören die Rechte am Bandnamen und allenfalls des verwendeten Logos allen oder einer einzelnen Person?
  • Steht im Falle einer Auflösung der Name niemandem oder einem einzelnen Mitglied zu?

2. Equipment

  • Wer hat was in die Band gebracht?
  • Was hat man gemeinsam angeschafft?
  • Wer kommt für Reparaturen auf?
  • Wie wird das Material in Falle einer Bandauflösung verteilt? Soll es verkauft und damit evl. Schulden getilgt werden?

3. Allgemeine Aufwände

  • Bandraummiete, Transportversicherung, Domain Name sind laufende Kosten die bezahlt werden müssen.
  • Gibt es ein gemeinsames Bandkonto?
  • Wer führ es?

4. Arbeitsleistungen

  • Wer macht was in der Band und ist wofür zuständig?
  • Wird er dafür bezahlt / Spesen vergütet?
  • Sind die Aufgaben einigermassen nach Kompetenzbereich verteilt?

5. Tantiemen

  • Wird das Geld der Urheberrechts- und Verwertungsgesellschaften auf ein gemeinsames Konto einbezahlt oder lässt es sich der Einzelne ausbezahlen?
  • Wie ist der Verteilerschlüssel bei Royalties-Zahlungen, wenn mehrere Member Werkurheber eines Stückes sind?
  • Sind die Titel bei er SUISA angemeldet?

6. Vertretung der Gruppe

  • Wer vertritt die Band gegen aussen? In den Medien?
  • Wer ist die zuständige Ansprechsperson für Booking Agentur, Management ect?

7. Ausscheiden eines Gruppenmitgliedes

  • Hat sich das austretende Mitglied verpflichtet die bereits bestätigten Gigs noch zu spielen?
  • Muss es aktiv nach Ersatz suchen helfen?
  • Nimmt es all sein Material mit?
  • Kriegt es auch zukünftig seinen Teil an Tantiemen, welche an die Band ausbezahlt werden?

8. Auflösung der Band?

  • Was muss alles gekündigt werden und wer regelt das?
  • Was geschieht mit Material, Bandkonto, Verpflichtungen, Schulden?

9. Weitere musikalische Tätigkeiten der Bandmitglieder

  • Was geschieht bei zwei Jobs eines Mitgliedes am selben Tag, welches Projekt hat Vorrang?
  • Sind in konkurrenzierenden Situationen alle in erster Linie dieser Band verpflichtet oder ist dies nicht möglich weil ein Mitglied sich z. B. mit Studiojobs seinen Lebensunterhalt verdient?

10. Rechtliche Organisation

  • Ist es eventuell sinnvoll sich als Verein zu organisieren? Pro? Kontra?

Kontakte

Das Musikbusiness ist ein Geschäft wie jedes andere. Es geht um Geld und Gewinn. Und auch hier laufen die besten Geschäfte über persönliche Beziehungen ab.

  1. Für eine Band ist es äusserst wichtig, Kontakte zu schaffen und zu pflegen. Dabei ist die Kontinuität sehr wichtig. Denn erst im Laufe der Zeit lernt man bei den verschiedenen Anlässen und Konzerten neue Leute aus der Branche kennen
  2. Als ambitionierter Musiker ist es Pflicht, an sämtlichen musikalischen Anlässen wie Konzerten von anderen Bands, Messen, Versammlungen und diversen Kulturveranstaltungen dabei zu sein. Bald erkennt man, dass sich bei den Veranstaltungen immer die gleichen Leute tummeln. Es ist wichtig, dass alle Leute aus der Branche wissen, wer man ist und was man macht. Auch sollte man selbst Fragen stellen, um informiert zu sein. Im Allgemeinen geben die Leute gerne Auskunft über ihre Tätigkeiten. Gehört man irgendwann zur Szene, steigen die Aussichten auf ein interessantes Geschäft.
  3. Wichtig ist dem eigenen Musikstil entsprechenden Magazine und Newssites regelmässig zu studieren und zu wissen wer die Autoren sind. Dadurch erfährt man wer in welcher Position zuständig ist. Ausserdem sind lokale Medien für unbekannte Bands besonders wichtig.
  4. Allerdings wird in kaum einem Business so viel leere Luft erzeugt wie im Showgeschäft. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, was wahr ist und was nicht. Das Gesagte sollte abgewogen und nicht bedingungslos hingenommen werden. Es ist immer wieder gut Referenzen einzuholen und sich mit anderen Musikern auszutauschen.