Medien und Promotion

Wer eine Musikkarriere oder mehr Öffentlichkeit anstrebt, seine CDs verkaufen möchte, muss sich mit den Massenmedien auskennen und wissen wie man sich selbst vermarktet.

Mit Medien sind Massenmedien gemeint. Durch technische Vervielfältigung verbreiten sie Inhalte mittels Schrift, Bild oder Ton an eine unbestimmte (weder eindeutig festgelegte, noch quantitativ begrenzte) Vielzahl von Menschen. Die Inhalte werden somit öffentlich an ein anonymes, räumlich verstreutes Publikum weitergeben. Bei den klassischen Massenmedien wird zwischen Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften) und elektronischen Medien (Radio, TV und Internet) unterscheidet. (Quelle: Wikipedia.de)

Presse

Unter dem Oberbegriff «Presse» versteht man periodische Druckmedien.

Presseerzeugnisse sind unter anderem:

  • Tageszeitungen (Tages-Anzeiger, NZZ, Basler Zeitung)
  • Wochenzeitungen (Weltwoche, WOZ)
  • Gratiszeitungen/-Anzeiger (20 Minuten, Anzeiger Region Bern)
  • Publikumszeitschriften (Musikexpress, Spex, Visions)
  • Fachzeitschriften (Musikmarkt, Musikwoche)
  • Sonderbeilagen und -Magazine
  • Kundenzeitschriften (Migros Magazin, Coop Zeitung)

Die Schweiz ist ein Zeitungs- und Zeitschriftenland, die Presse-Dichte eine der höchsten Europas. Trotzdem schreiten auch hier Pressekonzentration und Zeitungssterben voran. Insbesondere die so genannten Pendlerzeitungen machen den Zeitungen und Zeitschriften zu schaffen. Trotzdem werden Regional-, Lokal- und Stadtblätter immer noch fleissig gelesen.

Bei der Pressearbeit kommt lokalen Zeitungen eine wichtige Rolle zu. Sie gehören oft zu den ersten, die über unbekannte Bands aus der Region berichten. Deshalb empfiehlt es sich zu ihnen ein gutes, persönliches zu pflegen und sie ständig auf dem Laufenden zu halten.

Radio

Das Radio gehört für Musiker und Bands im Moment zu den wichtigsten elektronischen Medien. Nur Onlinemedien, sprich das Internet, erzeugt eine ähnlich gute Wirkung, wenn es um Promotion geht.

Es gibt folgende Formen des Radioempfangs:

  • Analog
  • Digital (DAB, DRM)
  • Internetradio

Schweizer Radiolandschaft

Beim klassischen, analogen Radio gibt es in der Schweiz

  • öffentlich-rechtliches Radio (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft
    SRG SSR idée suisse)
  • Privatradios

Während das Sendegebiet von Privatradios vor allem lokal und regional begrenzt ist, erstreckt es sich beim öffentlichen Radio auf die Sprachgebiete. Bei letzterem ist somit die Wirkung grösser, umso schwieriger wird es die Aufmerksamkeit dieser Redaktionen zu erlangen. Als noch unbekannte Band empfiehlt es sich zuest lokal aktiv zu werden und das Wirkungsgebiet immer weiter auszudehnen.

Oeffentlich rechtliches Radio

Für Bands und Musiker im Bereich Pop, Rock und Elektronik sind vor allem folgende öffentliche Radiostationen wichtig:

  • SRF3 und Virus (Deutschschweiz)
  • Couleur 3 (Westschweiz)

Informationen unter http://www.srf.ch

Privat-Radio

In der Schweiz gibt es eine Vielzahl an Radiostationen. Jede grössere Stadt, jede Region verfügt über eigene Radiostationen. Auf dem Internetporal radioweb.de gibt es einen Überblick über private Radios in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Internet Radio

Es gibt verschiedene Internetseiten auf denen eine Vielzahl von Radiostationen aufgeführt sind, die man als Stream hören kann.

radioplay.ch (national)

webliste.ch (national)

schaufenster.ch (national und international)

Grosse Wirkung

Ein Radiosender hat folgenden Vorteil: Er erreicht viele Leute, sofort und gleichzeitig. Natürlich variiert dies nach Grösse des Ausstrahlungsgebiets und nach Zielpublikum. Wird zum Beispiel ein Song jede Stunde gespielt, steigen die Chancen für bessere Verkäufe. Ausserdem wird die Anzahl Ausstrahlungen im Radio bei den Charts-Ermittlungen (Hitparade) berücksichtigt.

Man sollte jedoch folgendes bedenken:

  • Radiohörer und Plattenkäufer sind keine identischen Gruppen. Wird ein Song ununterbrochen gesendet, kaufen ihn die Hörer nicht automatisch
  • Interviews sind für den Radiohörer oft von geringem Interesse
  • Nicht jede Art von Musik passt in die Programmgestaltung eines Radios

Fazit: Grundsätzlich gilt es das Radio als Werbemittel zu nutzen, aber dessen Wirksamkeit nicht zu überschätzen. Zahlreiche Bands bewiesen in der Vergangenheit und Gegenwart, dass viele Wege nach Rom führen: Radiostationen boykottieren ihre Songs, sie wurden trotzdem sehr erfolgreich.

Wie komme ich ins Radio

Grundsätzlich gelten für das Radio die gleichen Spielregeln wie bei der «Presse». Auch hier braucht es Hartnäckigkeit, Geduld und gute Beziehungen. In den meisten Fällen ist es schwieriger als bei Zeitungen in die Playlist einer Radiostation aufgenommen zu werden oder sogar ein Interview zu bekommen.

Das liegt unter anderem am enormen Angebot an neuer Musik. Mit wöchentlich 60 bis 100 Neuerscheinungen werden die Stationen geradezu überschwemmt. Um möglichst gute Karten zu haben, sollte neben einem guten Pressekit unbedingt auf die Qualität der eingeschickten Musik geachtet werden. Radios spielen nur Songs ab, die einwandfrei im Klang sind.

Internet

Mit dem World Wide Web (www) hat sich für Musikfans, Bands, Veranstalter und die Musikbranche ein neues Universum aufgetan. Die Vielfalt ist enorm und reicht von Homepages über Plattformen bis hin zu Online-Shops.

Längst hat das Internet für die Musikindustrie eine starke kommerzielle Bedeutung erlangt. Dabei konkurriert es herkömmliche Verbreitungsarten, zum Beispiel Plattenläden, und hat auch in Sachen Promotion eine wichtige Funktion eingenommen.

Eigenvermarktung

Nachdem Bands sich und ihre Musik im Web selbst vermarkten können, scheint für sie alles möglich: Mit einem PC, Internetanschluss und etwas Computer-Know-How können sie ihre Karriere alleine vorantreiben. Meistens unterschätzen sie aber die Promotionarbeit. Heutzutage kämpfen sie nämlich mit der virtuellen Informationsflut. Diese wirft das alte Problem auf: Wie mache ich das Publikum auf das neue Produkt aufmerksam? Wie steche ich aus der Masse hervor? Wen will ich wie erreichen?

Hassliebe Internet/Tonträgerindustrie

Zwischen Internet und Tonträgerindustrie hat sich eine Hassliebe entwickelt. Musikplattformen mit gratis Mp3 Files oder peer-to-peer Systemen, haben sie aus dem Dornröschenschlaf herausgerissen. Deshalb versucht sie diese mit grossem Engagement zu verbieten. Das teilweise sehr strenge Vorgehen der Industrie stösst bei jugendlichen Musikfans eher auf Unverständnis und vermittelt ein negatives Bild.

Mittels Codierungen wird krampfhaft versucht, das Kopieren von CDs zu verhindern. Die codierten CDs können von PCs oft nicht gelesen und somit nicht kopiert werden. In den meisten Ländern stellt das einen Urheberrechtsbruch dar, da Vervielfältigungen für den privaten Zweck erlaubt sind. Das verärgerte die legale Download-Gemeinschaft.

Die Industrie hat mittlerweile erkannt, dass die Sensibilisierung der User für den legalen Donwload einen wichtigen Stellenwert im Kampf gegen die Musikpiraterie einnimmt. Sie versuchen mit Aktionen wie dem «Digital Download Day» sowie mit Informationen (www.pro-music.org) die Musikliebhaber auf den legalen Markt zurückzubringen statt zu kriminalisieren.
Internet als Ausweg aus der Krise

Auch die Tonträgerindustrie ist längst ins Geschäft mit legalen Download-Angeboten eingestiegen. Die ersten Versuche waren jedoch nicht sehr erfolgreich. Denn die grossen Anbieter (Majors) konnten sich nicht dazu durchringen, ihr gesamtes Repertoire auf einem Portal gemeinsam anzubieten.

Nachdem sich die Majors nicht zusammenraufen konnten, ein grosses Musik-Portal anzubieten machten sich andere ans Werk. Wie so oft war der Softwaregigant Apple vorneweg: Über das Musik-Download-Portal ITunes Music Store bot das Unternehmen in den USA erstmals einzelne Titel legal für 99 Cents pro Stück an.

Inzwischen ist längst klar, das man mit einem legalen, nutzerfreundlichen Portal und dem entsprechenden Musikangebot durchaus Geld verdienen kann. Musikfans sind bereit für gute Original-Qualität zu zahlen. Ausserdem funktionieren professionelle Portale schneller und einfacher. Nur das Abo-Angebot steckt, zumindest in der Schweiz, immer noch in Kinderschuhen.

Musik-Downloads

Darf eine Band ihre eigenen Songs im Internet anbieten? Macht man sich strafbar, wenn man MP3 Files herunterlädt oder sich an Peer-to-Peer Systemen beteiligt?Im Art. 19 – Verwendung zum Eigengebrauch – des Schweizerischen Urheberrechtsgesetzes heisst es:

«Veröffentlichte Werke dürfen zum Eigengebrauch verwendet werden. Als Eigengebrauch gilt jede Werkverwendung im persönlichen Bereich und im Kreis von Personen, die unter sich eng verbunden sind, wie Verwandte oder Freunde;…»

Das Herunterladen auf den eigenen Rechner stellt zwar eine Vervielfältigung dar; das Schweizerische Urheberrechtsgesetz, sowie viele ausländische Urheberrechtsgesetze, erlaubt jedoch (noch) das Kopieren geschützter Werke zum Privatgebrauch oder zur Verwendung im engsten Freundes- und Verwandtenkreis.

TV

Eine Umfrage von action swiss music ergab 1990 eine erschreckend hohe Unzufriedenheit der Musikschaffenden mit dem Schweizer Fernsehen SF. Trotz einer im selben Jahr lancierten Petition mit mehr als 30’000 Unterschriften hat sich seit dem nichts geändert. Die Situation der einheimischen Musik bleibt beim nationalen Fernsehen desolat. Daraus machen selbst die Verantwortlichen keinen Hehl.

Kein Geld, keine Sendezeit, kein Publikumsinteresse

Schon lange sind Musiksendungen wie «Barock» oder «Backstage» aus dem Programm der SRG Sender verschwunden. Und damit die Chance für Schweizer Bands live vor laufender Kamera aufzutreten oder zumindest ihre Videoclips zu zeigen. Zwar gab es beim Schweizer Fernsehen immer wieder Versuche ein Musikmagazin zu lancieren. Doch bisher setzten sich solche Konzepte nicht durch; mal fehlt es an den Finanzen, dann an geeigneten Sendezeiten und schliesslich auch am ausgewiesenen Publikumsinteresse.

SF2 als „kleine“ Plattform

Bei SF2 berichten Sendungen wie «Musicnight» auch über Schweizer Bands. Allerdings haben solche Auftritte keine hohe Werbewirksamkeit. Dazu die treffende Bemerkung:

«Da kann „Wetten, dass…?„ noch so hohe Einschaltquoten haben, viel kommt unterm Strich nicht raus. Wenn dort nicht eine bereits etablierte Gruppe wie Genesis spielt, geht dieses Publikum bei den Musik-Blocks doch grundsätzlich pinkeln.»

(Handbuch der Musikwirtschaft, Bernd Gockel, S. 364, Abs. 3)

Wo kann sich also eine Band im Fernsehen präsentieren? Eine Antwort gibt es kaum. Da in den letzten Jahren die Zahl regionaler Fernsehsender angestiegen ist, könnte es sein, dass diese in Zukunft vermehrt Bands und Musiker berücksichtigen. Einige davon zeigen bereits regelmässige Musikbeiträge, die auch mit heimischer Musik aufwarten. Gesamtschweizerisch sind solche Sendungen jedoch bescheiden.

Promotion

Promotion ist ein Bereich des Marketings. Die Musikpromotion umfasst alle Massnahmen um einen Künstler und seinen Tonträger bekannt zu machen, respektive zu verkaufen.

Aufgaben

Promotionsmitarbeiter arbeiten entweder bei einer Plattenfirma/Label, einer unabhängigen Promotionsfirma oder als Selbständige, als so genannte «Freie Promoter».

Promoter…

  • pflegen guten Kontakt zu Journalisten von Printmedien und elektronischen Medien
  • stellen für Künstler den Kontakt zu Medien her
  • betreuen Musiker bei Interviews, Konzerten oder Promotionstourneen
  • sind zuständig für die «Bemusterung» der wichtigsten Medien, das heisst die Belieferung mit Produkten und Informationen

Bereiche

Promotionarbeit wird in folgenden Bereichen geleistet:

  • Print (Zeitungen, Zeitschriften, Magazine)
  • Radio (Lokale und nationale Radiostationen, Webradios)
  • TV (Lokale und nationale TV Sender, Viva, MTV, WebTV)
  • Online (mx3, myspace, youtube, community sites, Blogs)
  • Live (Klubs, Festivals)
  • Key Players (Medienleute, DJs, Moderatoren, Plattenläden)
  • Fans (Mund zu Mund, Foren, Blogs, Gästebücher)

Vor allem bei grossen Plattenfirmen gibt es für die Bereiche Print, Radio & TV sowie Online jeweils einen zuständigen Promotionsmitarbeiter. Vor allem die elektronischen Medien Radio, TV und Online werden oft einzeln bearbeitet oder sogar an externe Promotionsagenturen ausgelagert, da diese spezifische Anforderungen haben.

Radio Promotion

Die Radio-Promotion kümmert sich ausschliesslich um die öffentlichen und privaten Radiostationen. Die Promoter stellen regelmässig bei Radiosendern die neusten CDs und Bands vor. Radio-Promoter versuchen den Redaktoren sowohl CD als auch Band schmackhaft zu machen, damit sie diese dem Zuhörer vorstellen. So wollen sie den Verkauf der CDs steigern.

Ein Radio-Promoter hat die gleichen Aufgaben wie jeder andere Promotor (siehe oben). Hier zählt ein gutes, persönliches Verhältnis zu Redaktoren und Moderatoren von öffentlichen und privaten Radiosendern besonders.

Für Radio-Promoter sind nicht alle Sender und Sendungen gleich wichtig. Die Grösse des Sendegebiets, die Zuhörer und das Thema einer Sendung spielen eine wichtige Rolle.

Online Promotion

Eine der wichtigsten Einnahmequelle der Musikindustrie droht zu versiegen. Der Verkauf von CDs in den Plattenläden ging in den letzten Jahren stark zurück. Diese Umsatzeinbrüche konnten von den legalen Download-Angeboten bislang nicht aufgefangen werden. Bands und Künstler müssen sich deshalb zunehmend bemühen, um mit der Musik Geld verdienen zu können.

  • Daher wird eine Personengruppe künftig noch wichtiger: Die Fans. Nur wer eine loyale Fanbasis hat und diese pflegt, kann seine Musik überhaupt noch verkaufen. Auch andere Einnahmequellen wie Konzerte, Merchandising und Weiterverwertung der Musik sprudeln nur dann, wenn ausreichend Fans vorhanden sind. Zudem haben sich die Ansprüche des Publikums heute gewandelt. In Zeiten der sogenannten sozialen Medien wie Facebook, Myspace, YouTube etc. fordern die Fans von den Künstlern Kommunikation und Interaktion. Deshalb kommt heute kaum noch ein Künstler ohne eigene Webseite, MySpace-Profil oder Blog aus. Gerade für unbekanntere Künstler bietet das Internet eine ideale Vermarktungsplattform.

Online Promotion umfasst die verschiedensten Massnahmen zur Bekanntmachung eines Künstlers und seiner Musik. Dazu zählen unter anderem:

  • Führen von Websites und Blogs
  • Social Media (Facebook, Twitter, MySpace, SoundCloud, ReverbNation etc)
  • Online-Bemusterung von Magazinen, Blogs, Webzines usw.
  • Suchmaschinenoptimierung (bsp. Google Webmaster-Tools und Analytics)
  • Online Werbung (Banners, Google AdWords, ..)
  • Cross- und Partner-Links
  • Online Kooperationen, Wettbewerbe
  • Beteiligung an Diskussionen (Foren, Gruppen)
  • Video-Plattformen (YouTube, MyVideo, Vimeo, ..)
  • Virale Marketingkampagnen
  • Newsletters, Free Downloads, Widgets

Präsenz zeigen

Alle diese Massnahmen kann der Künstler selbst übernehmen oder durch spezialisierte Promotionsagentur wie Lautstark ausführen lassen. Doch mit dem Erstellen einer Webseite oder dem Anlegen eines MySpace-Profils ist es nicht getan. Wer das Internet effektiv für Promo und Marketing nutzen will, muss vor allem eines erreichen: Präsenz.

Soziale Medien sind nicht bloss Vertriebskanäle für Pressemitteilungen. Sie schaffen vielmehr direkte, ungefilterte Dialogmöglichkeiten mit bestehenden Fans und potentiell Interessierten. Damit die Online-Aktivitäten von Erfolg gekrönt sind, müssen ein paar Dinge beachtet werden:

  1. Eure Musik muss auf iTunes und auf mind. einem anderen lokalen Portal (Ex Libris, 7Digital, MusicLoad, Google Play, ..) erhältlich sein
  2. Eine eigene Website (inkl. Domain-Name und Server)
  3. Mind. 1-3 Soziale Profile (Facebook Fanpage, MySpace, Twitter, SoundCloud, YouTube, ..)
  4. Eine Datenbank mit Email-Adressen für Newsletter inkl. Anmeldeformular im Web
  5. MX3 Profil für höhere nationale Chancen bezüglich Radio-Plays.
  6. Linksammlungen und Reviews
  7. Direkte „Buy-Links“ zu Euren Veröffentlichungen
  8. Suchmaschinenoptimierung, damit Eure Band in den Top 10 der Sucheinträge erscheint
  9. Pro Tag 20 Minuten für Updates und Beantwortung von Fanfragen verwenden.
  10. Euch über aktuelle Trends updaten

Grundsätzlich gilt: Je besser die Interaktivität geplant und auf den verschiedenen Online-Kanälen realisiert wird, je besser die Angebote untereinander vernetzt sind und je mehr der Künstler den Dialog mit seinen Fans sucht desto mehr Aufmerksamkeit und letztlich Verkaufserfolge kann er erwarten.

Der Text über Online Promotion stammt von ©Frank Lenggenhager, Lautstark Music GmbH, www.lautstark.ch

Virales Marketing

Im Zusammenhang mit dem Internet wird virales Marketing sehr hoch gehandelt. Es könnte die moderne Mundpropoganda genannt werden. Im Gegensatz dazu wird virales Marketing für persönliche Interessen genutzt. Bei dieser Marketingform nutzt man soziale Netzwerke und Medien um auf sich und sein Produkt aufmerksam zu machen. «Viral» nennt man es, da sich die Nachricht innert kürzester Zeit epidemisch verbreiten soll. Dies geht im Internet, zum Beispiel durch Blogs und Foren, besonders einfach und ist vor allem meist gratis.

Für Bands und Musiker heisst dies unter anderem die Fan-Community zu pflegen, damit sie wächst. Sie sollten die Fans regelmässig informieren, eine Beziehung zu ihnen aufbauen und pflegen.

  • Unter den Bereich Werbung fällt das Vorstellen eines neuen Produktes, sei es eine Band oder CD. Das kann durch Inserate in Fachzeitschriften, Musik- und Stadtzeitschriften sowie der Tagespresse geschehen. Weitere Mittel sind Newsletter, Radio und Fernsehen, Bus- und Grosswandwerbung sowie Plakatierung.
  • Mit Public Relations (PR) ist die Öffentlichkeitsarbeit gemeint. Sie hat zum Ziel in der Öffentlichkeit eine Beziehung, ein möglichst positives Image, zu einem Unternehmen, in diesem Fall zu einer Band her zu stellen. Marketing hingegen dient zur direkten Verkaufsförderung eines Produkts. Eine Band betreibt Öffentlichkeitsarbeit indem sie die Medien mit den aktuellen Informationen über Auftritte, Autogrammstunden, Personalwechsel, Konzerte sowie mit speziellen Aktionen versorgt. Da dies meist mit der Promotion einher geht, dienen die Aktivitäten im weitesten Sinn auch der Verkaufsförderung.
  • Gimmicks oder auch Give-Aways genannt, sind Werbegeschenke, mit denen man auf ein Produkt aufmerksam macht. Die Band «Gun» verschickte zum Beispiel ihr erstes Demoband als Revolver verpackt. Allerdings sollte man sich besonders bei ausgefallenen Gimmicks immer gut überlegen, wer der Empfänger ist.

Merchandising

Unter Merchandising versteht man alle Artikel, die entweder Logo, Namen oder Bild der Band tragen. Merchandising-Artikel können zum Beispiel T-Shirts, Sweatshirts, Poster, Transparente, Konzertprogramme oder Stickers sein. Oft organisieren auch die Fanclubs eigene Artikel für ihre Mitglieder.

Im Bereich Merchandising hat sich in den letzten Jahren viel verändert, es ist zu einem Geschäft geworden. Das sieht man daran, dass inzwischen Merchandising-Firmen gibt. Oft arbeiten Bands und Musiker mit einem Partner zusammen. Dies sind zum Beispiel

  • Management
  • Sponsoren
  • Label
  • Merchandising-Firma

Heutzutage können Musiker mit Merchandising viel Geld verdienen. Vor allem Rock- und Metalbands verdienen mit Fanartikeln beachtliche Beträge. Auch unbekanntere Bands toppen teilweise mit Merchandising-Produkten ihre Konzert-Gage oder machen mit schönen T-Shirts auf sich aufmerksam.

Grundsätzlich ist jeder Künstler rechtlicher Inhaber der Merchandising-Rechte. Es gibt jedoch – wie bereits erwähnt – verschiedene Szenarien, bei denen weitere Parteien am Merchandising beteiligt sind.

So verschieden wie die Kooperationen im Bereich Merchandising sein können, so unterschiedlich gestaltet sich auch die rechtliche Sachlage sowie die finanziellen Regelungen. Es gibt somit keine festen Grössen wie hoch zum Beispiel die prozentuale Beteiligung am Merchandising-Umsatz sein sollte.

Interview

Sobald eine Band mit ihrer Musik an die Öffentlichkeit will und eine Karriere anstrebt, ist Promotionsarbeit angesagt. Dann heisst es zum Beispiel bei Presse und elektronischen Medien für ein Interview anzuklopfen.

Der Weg zum Interview

Der Weg zu einem Interview-Termin kann lange und mühsam sein oder ganz leicht. Die Chance auf ein Interview erhöht sich unter anderem mit

  • guten persönlichen Kontakten
  • einem so genannten «Aufhänger», einer guten Geschichte

Vorbereitung ist wichtig

Sobald es zu einer Interview-Zusage kommt, sollte man die zuständige Person direkt anrufen. Man knüpft bereits eine persönliche Bindung, indem man das Interview vorbespricht und einen Termin ausmachen. Ein erfolgreicher Anruf dient als gute Basis für ein entspanntes und erfolgreiches Gespräch.

  • Zeitpunkt und Dauer des Interviews vereinbaren
  • Passender Treffpunkt ausmachen (ruhig, gemütlich etc.)
  • Abklären wer von der Band da sein soll
  • Fragen in welchem Kontext das Interview geführt wird, in welchem Rahmen es erscheinen soll
  • Sich vor dem Interview überlegen, was man erzählen möchte und was nicht
  • Falls man mehr als eine Person ist, bandintern die Rollen festlegen: Wer spricht?
  • Informationsmaterial (Pressekit, CD etc.) genug früh vor dem Interview zustellen

Geeignete Personen auswählen

Nicht jeder ist geeignet ein Interview zu geben. Eine Band sollte sich gut überlegen, wen sie dafür bestimmt. Mit einem Vertreter der Medien zu sprechen, erfordert viel Feingefühl, gute Menschenkenntnis und einen Sinn für Diplomatie. Diese Person sollte ein gewinnendes Wesen haben. Keine Interviews geben sollte, wer sich in endlose, unwichtige Aussagen verstrickt, nicht schlagfertig und publikumsscheu ist.

Sympathie wecken und Guten Eindruck hinterlassen

Ziel eines Interviews ist die Sympathien der Menschen und vor allem des Interviewpartners zu gewinnen. Klar will man die neue CD und sich als Band verkaufen. Das alleine kommt allerdings platt und lieblos rüber. Es ist viel wichtiger einen guten Eindruck zu hinterlassen. Denn ein verärgerter Journalist oder Moderator wird nie mehr einen positiven Bericht schreiben, bzw. die neue CD im Radio spielen.

Das Interview

Eine gute geistige Einstellung vor dem Interview ist sehr wichtig. Für einen erfolgreichen Verlauf spricht eine positive, gute sowie entspannte Einstellung auf den Gesprächspartner. Auch anständige Kleidung, in der man sich wohl fühlt, zollt von Respekt seines Gegenübers. Wer einen schlechten, unsympathischen Eindruck hinterlässt, wird es schwer haben, jemals wieder ein Termin zu bekommen.

Folgendes unterstützt einen positiven Verlauf des Interviews:

  • Überpünktlich sein
  • Freundliche Begrüssung, Namen des Journalisten kennen
  • Fragen – wenn möglich – nicht nur mit «Ja» oder «Nein» beantworten
  • Kooperativ sein, dem Journalisten Material zum Schreiben liefern
  • Keine ausufernden Antworten, nicht vom Thema abkommen
  • Zeit für Antworten nehmen, sich nicht hetzen lassen
  • Offen, ehrlich und authenisch sein (das heisst nicht alles ausplaudern!)
  • Bei unangenehmen oder zu privaten Fragen freundlich bleiben und klar kommunizieren, dass man darauf nicht antworten möchte
  • Freundliche Verabschiedung, fragen wann der Beitrag erscheinen soll

Es kann natürlich vorkommen, dass trotz aller Freundlichkeit der Interviewpartner schlechte Stimmung verbreitet oder sehr reserviert bleibt. Dann heisst ruhig Nerven bewahren. Das heisst trotz allem freundlich und bestimmt bleiben, sich professionell verhalten und nicht von den Launen seines Gegenübers anstecken lassen. Oft kann man dadurch auch das Blatt wenden, jeder hat mal einen schlechten Tag.

Nach dem Interview

Grundsätzlich gilt: Nach dem Interview ist vor dem Interview. Deshalb ruft nach erscheinen des Artikels, respektive der Sendung den Redaktor an. Man bedankt sich für das Interview und sagt was gefallen hat und bringt allenfalls Anregungen an (positiv bleiben). Vielleicht kann man sogar einen weiteren Bericht oder eine Idee vorschlagen. Auf jeden Fall sollte man ab dann den Kontakt zum Journalisten pflegen und ihn über interessante Neuigkeiten informieren.