Versicherung und Vorsorge

Wer plant von der Musik zu leben, muss in Sachen Versicherung und Vorsorge einiges beachten.

Wichtig für Selbständig Erwerbende:

AHV / IV / EO

AHV-IV-Beiträge sind ab dem 18. Altersjahr in der ganzen Schweiz obligatorisch. Als Angestellter werden die AHV-Beiträge automatisch durch den Arbeitgeber vom Lohn abgezogen und an die AHV ausbezahlt. Auch als Selbständigerwerbender müssen Beiträge bezahlt werden, welche die Ausgleichskassen aufgrund der Einschätzung der Steuerbehörden anhand des Einkommens berechnen.

  • Als sozialversicherungsrechtlich selbständigerwerbend gilt, wer unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung, in unabhängiger Stellung und auf eigenes wirtschaftliches Risiko Arbeit leistet
  • Agenten und freie Mitarbeiter gelten in der Regel als unselbständigerwerbend

Die Beiträge an die AHV/IV/EO betragen ab einem Jahreseinkommen von über 50’700 Franken 9,5 Prozent des Einkommens. Bei weniger Einkommen verringern sich die Prozentsätze bis auf 5,116 Prozent. Wer weniger als 8’500 Franken Einkommen hat, bezahlt einen Mindestbeitrag von 425 Franken. Die Broschüre 1.2003 kann bei der AHV-Informationsstelle gratis bezogen werden.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung ist ausschliesslich für Arbeitnehmer eingerichtet. Wer sich also selbständig macht, verliert nach einer gewissen Zeit (ca. 1 1/2 Jahre) die Bezugsberechtigung für Arbeitslosengeld. Das heisst, falls man während dieser Zeit ein Geschäft aufzubauen versucht und daran scheitert, ist es immer noch möglich, Arbeitslosengeld zu beziehen. Nach Ablauf von diesen 1 1/2 Jahren ist dies nicht mehr möglich. Allerdings muss man auch keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung mehr bezahlen, es sei denn, man hat Angestellte in seinem Betrieb.

Erwerbsausfall bei Krankheit / Unfall

Auch Künstlern können Unfälle passieren, oder werden von Krankheiten befallen, die Ihnen das Arbeiten verunmöglichen. Als Angestellter ist man in der Schweiz automatisch gegen Unfall und Krankheit versichert; dies entfällt beim Austritt aus dem Angestelltenverhältnis. Wer also seinen Unterhalt (zum Beispiel Miete) als Selbständiger mit den Einnahmen der Musik bestreitet, muss sich unbedingt gegen Erwerbsausfall versichern, sonst steht er plötzlich ohne Essen und verschuldet auf der Strasse.

Je nach Art der Tätigkeit und des Alters ist das Risiko verschieden hoch. Es wird sich sehr schnell herausstellen, dass ein angemessener Erwerbsersatz, der vom ersten Tag an wirksam sein soll, sehr hohe Prämien bedeutet und vor allem am Anfang kaum erschwinglich ist. Nun, wer jung und gesund ist, kann ein gewisses Risiko selber tragen und eine Wartefrist in der Police vereinbaren, die zum Beispiel 14 oder 30 Tage betragen könnte. Das heisst, der Erwerbsersatz wird erst ab dem 15, respektive 31. Tag ausbezahlt. Ein Produzent, der hauptsächlich im Tonstudio arbeitet, kann unter Umständen ja auch noch mit Fieber oder eingegipsten Beinen arbeiten. Für einen Musiker, der sein Geld hauptsächlich auf der Bühne verdient, kann unter Umständen schon ein gebrochener Daumen zum Verhängnis werden.

Mit zunehmendem Alter oder Anfälligkeit auf Krankheiten sollte man aber schon vorsichtiger agieren. Eine Operation im Krankenhaus, die einem drei Monate ins Bett wirft, kann einen schon in enorme Schwierigkeiten bringen. Zwar wird der grösste Teil der Spitalkosten von der obligatorischen Krankenkasse bezahlt, nur, woher kommt das Einkommen für die Miete?

Buchhaltung / Treuhand

Ab einem Jahresumsatz von 100’000 Franken muss die Firma ins Handelsregister eingetragen werden und wird mehrwertsteuerpflichtig. Das bedeutet, dass eine doppelte Buchhaltung mit jährlichen Abschlüssen mit Erfolgsrechnung und Bilanz sowie eine Inventarliste geführt werden muss. Wer nicht über genügende kaufmännische Kenntnisse verfügt, muss dafür einen Treuhänder anstellen, welcher nicht gerade billig ist. Ob man wirklich eintragungspflichtig ist, sollte man mit einem Fachmann beraten. Freie Berufe, und darunter fallen auch die Künstler, sind nicht eintragungspflichtig, wenn sie nicht nach kaufmännischer Art geführt werden. Ein gut vorbereitetes Gespräch unter Mithilfe eines Fachmanns beim Steueramt könnte einiges an Verpflichtungen ersparen.

Ein Handelseintrag hat aber auch Vorteile. Vor allem Tonstudios, welche immer wieder Geräte einkaufen müssen, geniessen durch den Eintrag erhebliche Preisvorteile bei den Lieferanten (Rabatte). Allerdings genügt ein Eintrag nicht immer. Viele Lieferanten wollen wissen, ob die eingetragene Firma auch wirklich gewerbetreibend ist und einen genügend hohen Umsatz erarbeitet. Schlussendlich kann sich je jeder einfach eintragen lassen. Dafür werden nebst dem Handelseintrag oft noch genauere Details über die Firma verlangt.

Krankenkasse

Die Krankenkasse ist in der ganzen Schweiz obligatorisch. Auch hier fallen monatliche Kosten an, die berücksichtigt werden müssen. Die verschiedenen Krankenkassen bieten die unterschiedlichsten Leistungen und Prämien an, es lohnt sich, sich ausgiebig zu erkundigen. Die obligatorische Grundversicherung gewährleistet allen Versicherten eine qualitativ hochstehende und umfassende Grundversorgung. Wer aber zum Beispiel Halbprivat versichert sein möchte, muss schon mit einer erheblichen Prämienerhöhung rechnen. Einige Kassen bieten das Hausarztsystem an, bei dem sich ein Versicherter verpflichtet, sich immer zuerst bei einem von der Versicherung vorgeschlagenen Arzt untersuchen zu lassen, bevor er zu einem Spezialisten geht. Dadurch versprechen sich die Krankenkassen Kosteneinsparungen, die sich wiederum günstig auf die Monatsprämien auswirken.

Weiter bieten die Kassen die Möglichkeit an, die Jahresfranchise verschieden hoch anzusetzen. Wer selten krank ist, kann die Franchise (Eigenanteil) hoch ansetzen und profitiert wiederum von niedrigeren Prämien. Seit dem neuen Krankenkassengesetz erhalten Personen, deren Einkommen unter einem festgelegten Minimaleinkommen liegt, eine Prämienverbilligung vom Staat. Es muss dazu ein Formular ausgefüllt werden, welches die Wohngemeinde automatisch wirtschaftlich schwach gestellten zuschickt.

Altersvorsorge

Viele Musiker vergessen in ihrem jugendlichen Übermut, dass auch sie einmal älter oder sogar krank werden könnten und vielleicht einmal nicht mehr genug fit sein werden, um auf einer Bühne rumzuhopsen. Als Selbständigerwerbender muss man selber für die Altersvorsorge besorgt sein und alleine dafür aufkommen. Wer sich damit beschäftigt, erkennt sehr schnell, dass sich die fehlenden Arbeitgeberbeiträge entscheidend auf die Betragshöhe der Altervorsorge auswirkt.

Zum Zeitpunkt des Austrittes aus dem Angestelltenverhältnis stehen einem zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Auszahlung der bisher eingezahlten Beiträge (ohne Firmenanteile)
  • der bisher eingezahlte Beitrag wird bis zur Auszahlung der Rente eingefroren und kann vorher nicht mehr ausbezahlt werden

Die Entscheidung, ob man sein bisheriges Rentenkapital als Sicherheit stehen lassen soll oder den Betrag auszahlen lassen will, um damit zum Beispiel gewisse Investitionen tätigen zu können, bleibt jedem selber überlassen. Die Entscheidung muss zum Zeitpunkt des Übertritts in die Selbständigkeit gefällt werden. Auf jeden Fall sollte man daran denken, Beiträge an die 2. und/oder 3. Säule zu bezahlen, damit man im hohen Alter nicht mit leeren Händen dasteht. Über die Möglichkeiten sollte man sich genau informieren. Zum Beispiel können Beiträge an die gebundene Vorsorge der 3. Säule in der Steuererklärung vom Erwerbs-Einkommen abgezogen werden.

Private Versicherungen

Nebst all den «geschäftlichen» Versicherungskosten dürfen auch die privaten Versicherungen nicht vergessen werden. Eine Privat-Haftpflichtversicherung ist unerlässlich. Wer ein Fahrzeug besitzt, muss die Motorfahrzeugversicherung und Verkehrssteuern bezahlen, und für die eigene Wohnung muss eine Hausratsversicherung gegen Diebstahl, Wassereinbruch und Feuer abgeschlossen werden.

Sachversicherungen

Vor allem Tonstudioeigentümer verfügen über Mobiliar und technische Einrichtungen, die wenigstens gegen Einbruch-Diebstahl, Wasser und Feuer versichert werden müssen. Musiker, welche viel unterwegs sind, brauchen unter Umständen eine spezielle Transportversicherung. Ob eine Geschäftshaftpflichtversicherung Sinn macht, muss jeder für sich selber entscheiden. Das Risiko, dass einem Dritten ein Schaden durch seine Tätigkeit zugefügt wird, muss gut abgewogen werden. Wie sieht aber die Haftung bei der Arbeit in einem gemieteten Studio aus? Wer bezahlt, wenn der Toningenieur, Produzent oder Musiker zum Beispiel seinen Kaffee über das millionenschwere Pult ausleert?

Falls der Schaden aufgrund der erwerbsmässigen, bezahlten Tätigkeit geschieht, zum Beispiel aufgrund einer Fehlmanipulation eines Toningenieurs, gibt es kaum eine ausreichende Absicherung, weder die Geschäfts- noch die Privathaftpflicht muss wirklich für den Schaden aufkommen. Bei dem Fall des ausgeschütteten Kaffees des Musikers ist eindeutig die Privathaftpflicht zuständig, da der Musiker nicht in einer bezahlten Tätigkeit am Gerät gearbeitet hat.

Es gibt die Möglichkeit, sämtliche Geräte gegen alle möglichen Szenarien zu versichern, selbst gegen Eigenverschulden. Diese sogenannte ETA-Versicherung ist aber sehr teuer, da sie für die Versicherung ein relativ hohes Risiko beinhaltet. Dafür ist aber auch der einfache Diebstahl versichert, das heisst die am Konzert geklaute Gitarre wird ersetzt.

Weitere Kosten

Im Gegensatz zum Tonstudioeigentümer sind die geschäftlichen Fixkosten für einen Musiker relativ gering, da er keine Geschäftsräumlichkeiten besitzt. Bei einem Studio fallen Fixkosten wie zum Beispiel Studiomiete, Telefon-, Wasser- und Stromkosten an. Auch die Abschreibungen auf den Geräten müssen berücksichtigt werden, welche heute durch das Aufkommen der Digitaltechnologie noch schneller ins Gewicht fallen. Unter Umständen haben sowohl Studios als auch Musiker noch einen Kredit offen (zum Beispiel Mietkauf, Darlehen), welcher noch zurückbezahlt werden muss. Ebenfalls dürfen die Unterhaltskosten für das eigene Auto nicht unterschätzt werden.

Der Begriff «Freischaffend» existiert in der Gesetzgebung nicht. Unterschieden wird lediglich zwischen unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit. Die Gesetzgebung im Sozialversicherungsbereich (AHV, BVG, UVG) umschreibt sehr restriktiv, wer als selbständig erwerbend zu gelten hat.

Als selbständig erwerbend gilt nur, wer selber ein unternehmerisches Risiko trägt, vom Auftraggeber nicht wirtschaftlich abhängig ist und arbeitsorganisatorisch nicht weisungsgebunden ist, das heisst arbeitet, wie und wann er will, und wer für die fristgerecht erbrachte Leistung (Tätigkeit oder Produkt) ein Honorar erhält. Alle anderen arbeitsvertraglichen Verhältnisse gelten als unselbständig.

Gemäss Art. 5 Abs. 2 des AHVG-Gesetzes und der entsprechenden Praxis gilt (allgemein) als unselbständig erwerbend, wer auf bestimmte oder unbestimmte Zeit für einen Arbeitgeber tätig wird und von diesem in wirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist. Das Fehlen des Unternehmerrisikos ist dabei von wesentlicher Bedeutung. Die unselbstständige Erwerbstätigkeit ist nicht an den Titel eines Arbeitsvertrages gebunden. Vielmehr können Entgelte, die aus einem so genannten Auftrag, einem Werkvertrag oder aus anderen Verträgen fliessen, zum massgebenden Lohn aus unselbständiger Erwerbstätigkeit gehören.

Grundsätzlich müssen von jedem Entgelt AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge entrichtet werden.

Nur in bestimmten Fällen kann darauf verzichtet werden:

  • wenn der Lohn von einem Nebenerwerb stammt, das heisst parallel muss ein Haupterwerb bestehen
  • wenn der Lohn aus diesem Nebenerwerb 2’000 Franken pro Jahr und Arbeitgeber nicht übersteigt
  • wenn Arbeitgebende sowie Arbeitnehmende dem Verzicht auf AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge zustimmen (Beitragsbefreiungs-Verzichtserklärung)

Dabei müssen alle drei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein.

Versicherungen und Steuern

Im folgenden findet Ihr einen Ueberblick:

Steuern

So ungemütlich es ist, auch Musiker, Produzenten und Toningenieure müssen Steuern zahlen! Und wer glaubt, er könnte sich dem wachsamen Auge der Steuerfahndung entziehen, der täuscht sich. Schon einige Musiker mussten unliebsame Erfahrungen mit den Buchprüfern über sich ergehen lassen, die eines schönen Tages an ihre Türe klopften. Gerade Leuten in steuertechnisch gesehen «suspekten» Berufen, bei denen die üblichen geschäftlichen Zahlungswege verlassen werden, sprich Barzahlung üblich ist, wird mit Argus-Augen auf die Finger geschaut.

Die Band als Firma

Eine Band kann keine Einzelfirma darstellen, da mehr als eine Person die Eigentümer der Firma sind. Trotzdem entspricht die Konstellation einer Band der einer Firma. Bei einem jährlichen Umsatz unter 100’000 Franken stellt die Band eine Einfache Gesellschaft dar, welche weder mehrwertsteuer- noch handelsregistereintragungspflichtig ist. Sobald der jährliche Umsatz über 100’000 Franken steigt, was ja wohl jede Band gerne erreichen möchte, stellt die Band eine Kommanditgesellschaft dar und muss im Handelsregister eingetragen werden.

Der Musiker als Einzelunternehmer Ein einzelner, als selbständig tätiger Musiker, Toningenieur oder Produzent stellt in der Rechtsform eine Einzelunternehmung dar, welche bis zu einem Jahresumsatz (Einnahmen ohne Abzüge) von 100’000 Franken nicht handelseintragspflichtig ist. In dieser Rechtsform ist ein Einzelner der Eigentümer, welcher Anspruch auf den ganzen Gewinn hat und die alleinige Verantwortung trägt. Er haftet für Geschäftsschulden mit seinem ganzen Vermögen, das heisst mit seinem Geschäfts- und Privatvermögen!

Musik als Nebenjob

Wer seinem Musikerdasein als Nebenjob nachgeht, muss auch die Einnahmen durch die Musik als Nebenerwerb deklarieren. Darunter fallen zum Beispiel Gagen, Urheberrechtseinnahmen, Einnahmen durch Merchandising, Tantiemen aus Tonträgerverkäufen, Interpretenvergütungen usw. Von diesen Einnahmen können relativ geringe Aufwendungen abgezogen werden (Höchstbeträge). Für jeden Musiker ist es deshalb erstrebenswert, dass er vom Steueramt möglichst bald als Selbständigerwerbender eingestuft wird. Das bedeutet, dass die Einnahmen und Ausgaben alle belegt werden müssen (Belege) und sich dafür eine einfache Kassabuchhaltung empfiehlt. Das bedeutet zwar einen Mehraufwand, aber dafür können viel höhere Berufsabzüge vorgenommen werden. Es lohnt sich also, alle Belege, besonders die der Auslagen, einzufordern und zu archivieren.

Sozialversicherungen

Die Personenversicherung umfasst alle Versicherungsarten, bei denen eine Person hinsichtlich Heilungskosten, vorübergehendem oder dauerndem Erwerbsausfall, Tod oder Alter versichert ist (Lebensversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung).

Die so genannte 1. Säule ist für alle obligatorisch, die 2. Säule nur für Arbeitnehmer und die 3. Säule ist für alle freiwillig. Wer selbständig erwerbend ist, sollte die fehlende Deckung mittels 3. Säule sichern.

Sachversicherungen

Sachversicherung ist ein Sammelbegriff für bestimmte Versicherungssparten. Schäden, die durch Beschädigung, Zerstörung oder Wegnahme von beweglichen Sachen oder Gebäuden entstehen, werden durch Sachversicherungen entschädigt. Zur Gruppe der Sachversicherungen gehören unter anderem Hausrat,- Diebstahl,- Instrumenten- und Gebäudeversicherungen.

Wertsachenversicherung

Die Wertsachenversicherung deckt Schäden zum Beispiel an Musikinstrumenten (und anderen persönlichen Wertsachen) infolge von Diebstahl oder Einbruch, Raub, Feuer, Wasser, Verlust, Abhandenkommen sowie Zerstörung und Beschädigung. Es werden bestimmte Massnahmen bezüglich Aufbewahrung und Beaufsichtigung verlangt. Die versicherten Sachen müssen im Versicherungsvertrag einzeln bezeichnet und genau umschrieben werden (Einzelversicherung). Diese Versicherung ist für Musiker zu empfehlen.

Einige Versicherungen bieten diese «All Risk» Versicherung nicht mehr an, weil das Vertrauen oft missbraucht wurde. Der Prämiensatz ist je nach Versicherungsgesellschaft sehr unterschiedlich und abzuklären.

Instrumentenversicherung

Ist eine spezielle Schutzleistung, welche sich vor allem für kostbare (klassische) Instrumente rentiert, da die Versicherung teuer und relativ kompliziert ist. Sie vergütet kostspielige Reparaturen und die damit verbundene Wertminderung.

Abgesehen von diesen speziellen Fällen ist man mit einer Wertsachenversicherung sicher besser bedient als mit einer Instrumentenversicherung, die oft nicht alles abdeckt.

Transportversicherung

Sie versichert gegen sämtliche Transportschäden, vom Auf- bis zum Abbau. Sei es mit eigenem Fahrzeug, öffentlichen Transportmitteln oder Postversand.

Technische Versicherung

Vor allem für Tontechniker zu empfehlen. Schäden an elektronischen Anlagen können sehr schnell zu hohen Kosten führen. Beim täglichen Umgang treten naturgemäss Risiken auf, welche nicht kalkulierbar sind. Technische Geräte können damit gegen höhere Gewalt, Sabotage, Material- und Ausführungsfehler, Diebstahl, Fahrlässigkeit etc. geschützt werden.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung deckt die Schäden an Gegenständen im Haus, die nicht Gebäudebestandteile oder bauliche Einrichtungen sind. Es handelt sich um eine Pauschalversicherung, die je nach Vereinbarung Feuer- (inkl. Elementarschäden), Wasser-, (Einbruchs-) Diebstahl- und Glasschäden deckt; als Ersatzwert sind in der Regel die Kosten für eine Neuanschaffung (Neuwert) vorgesehen. Wichtig ist die laufende Anpassung der Versicherungssumme an Geldentwertung oder Neuanschaffung, sonst entsteht eine Unterversicherung. Nicht gedeckt sind Fehlmanipulation und Ausführungsfehler, dafür muss eine Technische Versicherung abgeschlossen werden. Ebenfalls nicht versichert sind hier Instrumente während des Transports. Dies deckt die Wertsachenversicherung ab.

Des Weiteren sollte der Übungsraum in der Hausratsversicherung als zweiten Standort versichert sein, damit das Equipment auch ausserhalb des Haushalts versichert ist.

Haftpflichtversicherung

Unter Haftpflicht versteht man die Pflicht, für einen Schaden, den man einem anderen widerrechtlich zugefügt hat, einstehen zu müssen. Haftungsgründe sind zum Beispiel schuldhaftes Handeln oder Verletzen der Sorgfaltspflicht. Die Haftpflichtversicherung übernimmt den Vermögensverlust, den der Versicherungsnehmer dadurch erlitten hat, dass er berechtigte Ansprüche Dritter befriedigen muss.

Privat-Haftpflicht

Wenn Sie jemandem einen Sach- oder Personenschaden zufügen, dann haften Sie laut Gesetz dafür und müssen für die finanziellen Folgen des Schadens aufkommen. Diese Versicherung schützt Sie auch als Benutzer der ihnen anvertrauten Sachen.

Betriebs-Haftpflicht

Versichert sind hier Ansprüche für Personen- und Sachschäden, die aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen gegen die versicherten Personen (Kunden, Gäste, Angestellte) gestellt werden.

Die Schadenersatzansprüche müssen mit den Anlagen und Einrichtungen sowie der betrieblichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen oder durch fehlerhafte Produkte bei Drittpersonen entstanden sein.

Wichtige Info für Musiker

Im Moment, in dem gegen Entgeld (Gage) eine Leistung (Gig) erbracht wird, übernimmt die Privathaftpflicht keine Kosten in Schadensfällen.

Fälle, in welchen die Haftpflicht wirklich benötigt wird, treffen selten ein, aber wenn, sind sie meist sehr kostspielig und können einen schnell an den Rand des Ruins bringen.

Eine individuelle Gesamtberatung ist der beste Weg sich lückenlos zu versichern und Doppelversicherungen auszuschliessen.

Berufliche Vorsorge für Freischaffende

Viele Künstler verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit zeitlich begrenzten Engagements und Auftragsarbeiten. Entweder sind sie Freischaffende oder Selbständigerwerbende: Freischaffende sind zwar Angestellte doch werden ihnen, aufgrund der oft kurzen Engagements, von ihren Arbeitgebern selten Pensionskassenbeiträge bezahlt. Selbständige sind für ihre Vorsorge selber verantwortlich.

Ist man jung und gesund ist Altersvorsorge kaum ein Thema. Schwierig wird es bei Invalidität, knapper AHV-Rente und Todesfall.

Wir sind an zwei Pensionskassen angeschlossen, die unseren Mitgliedern individuelle Vorsorgelösungen anbieten können: die Charles Apothéloz-Stiftung CAST (www.cast.ch) und die Pensionskasse Musik und Bildung (www.musikundbildung.ch). Bitte wendet euch direkt an diese beiden Einrichtungen, um einen Vorsorgeplan erstellen zu lassen. Ein Bestätigung eurer Mitgliedschaft erhaltet ihr jederzeit mit einer email an contact@musikschaffende.ch.